Willkommen im Paradies auf Hawaii — sofern man die Paradies-Steuer zahlt.
Hawaii hat unglaublich viel zu bieten: phänomenale Landschaft, konstant rund 25 Grad, viel Sonne, Surfen, Fauna, Flora – und Jurassic Park. Aber es bietet oder vielmehr verlangt noch etwas: die sogenannte „Paradise Tax“.
Keine echte Steuer, sondern der Effekt, dass (vor allem klimatisch) besonders attraktive Regionen besonders teuer sind – bei gleichzeitig eher durchschnittlichen Einkommen. Wenn die Lebenshaltungskosten in den USA bei 100 % liegen, liegt Deutschland bei etwa 80 % – und Hawaii bei rund 190 %. Die durchschnittliche Miete: Deutschland etwa 800 Euro, USA etwa 2000 Dollar, Hawaii rund 2900 Dollar im Monat. Auch Eigentum ist teuer. Die Preise haben sich seit Corona teils verdoppelt – nicht zuletzt, weil wohlhabende Menschen aus aller Welt hier ein apokalypse-festes Domizil suchen.
Die Einkommen sind hingegen nur leicht höher als im US-Durchschnitt. Die Konsequenz: Viele haben mindestens zwei Jobs. Morgens Lehrer, abends Supermarktkasse.
Selbst als Tourist muss man ganz schön schlucken, wenn das günstige Sandwich nur dank dem “Rette mich ‑20%”-Sticker 10 USD kostet. Zumindest aber diejenigen, die sich bewusst dafür entschieden haben, auf die Insel und damit für sie ins Paradies zu ziehen, sagten: Das ist es wert, um im Paradies zu leben.
Diejenigen, die dort aufgewachsen sind und sich weder das Leben dort noch woanders leisten können, sehen das womöglich anders. Zumal die Ungleichheit in Bildungschancen, in Wohlstand, in Gesundheit auf den Inseln von Hawaii einfach enorm sind.
Man müsste meinen, dass diese Umstände das Paradies auf Dauer eintrüben. Aber vielleicht kann man das auch gut ausblenden.
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